15.12.2025 – Newsletter-Beiträge – #12/2025

Alltagsradverkehrsnetz im Lainsitztal

Frau und zwei Kinder mit Fahrradhelmen betrachten einen Radfahrplan mit ihren Rädern.

Mit dem Fahrrad von einem Ort zum nächsten zu gelangen ist in vielen ländlichen Regionen Österreichs ein gefährliches Unterfangen. Daher sorgte die KEM Lainsitztal für ein beschildertes und digital abrufbares Netz an Radrouten abseits stark befahrener Straßen.

 

Im Sommer 2020 starteten die sechs Gemeinden der KEM Lainsitztal* gemeinsam mit dem Mobilitätsmanagement Niederösterreich mit der Planung für eine Vernetzung ihrer bestehenden Radverkehrsinfrastruktur, wie dem Lainsitztaler Iron Curtain Trail. Dieser verbindet Hojná Voda im benachbarten Tschechien über  Moorbad Harbach und Weitra mit Gmünd. Und von dort kann man – wenn man ein wenig Zeit hat – über den EuroVelo 13 (Iron Curtain Trail) bis zur norwegischen Barentsee oder nach Bulgarien ans Schwarze Meer radeln.

 

Der internationalen Radanbindung folgte die regionale. Man suchte und fand geeignete Nebenstraßen und landwirtschaftliche Wege und goss diese in einen Plan. 2021 wurde das Projekt beim niederösterreichischen Mobilitätswettbewerb „Clever Mobil“ mit einem Preisgeld von 10.000 Euro ausgezeichnet. Das Geld floss in die Beschilderung  und Bewerbung der neuen Radrouten, die dann im September 2023 offiziell mit einer Sternfahrt eröffnet wurden.

 

Analog und digital ausgeschildert. Diese Radrouten sind mit insgesamt 173 Wegweisern gekennzeichnet, die Schilder geben den Zielort und die Entfernung bis dorthin an. Sechs Übersichtstafeln an zentralen Stellen zeigen das Gesamtnetz in der KEM und beinhalten einen QR-Code. Denn das Alltagsradnetz wurde auch digital erfasst, die persönlichen Routen können nun über VOR AnachB abgerufen werden.

 

Bestehende Lücken im Radnetz wurden und werden geschlossen. „Wir konnten beispielsweise in Altweitra eine Lücke entlang der B41 schließen und zuletzt in Bad Großpertholz einen 500 Meter langen Geh- und Radweg fertigstellen“, erklärt KEM-Managerin Verena Litschauer. „Natürlich ist so ein umfassendes Projekt nie ganz abgeschlossen, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Das Ziel war und bleibt, das Radfahren in unserer Region durch sichere und direkte Radrouten attraktiver zu gestalten. Selbstverständlich gibt es Bereiche, die noch verbessert werden können.“

 

Emissionen und Geld sparen. Mit dem neuen Angebot hofft die KEM Lainsitztal, rund 800 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen zu können. Jeder mit dem Rad statt mit dem Auto zurückgelegte Kilometer spart nach Angaben des deutschen Umweltbundesamtes rund 166 Gramm CO2. Gleichzeitig sparen die Radfahrer:innen auch viel Geld, das in die regionale Wertschöpfung (statt in die Taschen von Mineralölkonzernen) fließen kann. Das gilt auch für E-Bikes, die im hügeligen Waldviertel besonders zu empfehlen sind. Denn Pedelecs benötigen im Schnitt lediglich eine halbe Kilowattstunde Strom pro 100 Kilometer, E-Autos laut Angaben des ADAC aber zwischen 12 und 30 kWh.

 

 

* Bad Großpertholz, Großschönau, Moorbad Harbach, St. Martin, Unserfrau-Altweitra und Weitra

 

Weitere Informationen:

Alttagsradwegenetz Lainsitztal

Erfolgsprojekt Alttagsradwegenetz Lainsitztal

 

Modellregion:

KEM Lainsitztal

 

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