15.12.2025 – Newsletter-Beiträge – #12/2025

Most wanted: Fachkräfte für die Energiewende

Schulungsraum mit Vortragender mit Flip Chart und sitzenden Teilnehmerinnen.

„Klimaberufe“ waren in der Ausschreibung des Klima- und Energiefonds für Modellregionen 2023 ein Schwerpunktthema. Schließlich braucht die Energiewende kompetente Fachkräfte. Die Leitprojekte sind nun abgeschlossen und liefern erste Erkenntnisse und Learnings.

Das Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz hat 2020 in einer Studie berechnet, dass durch die Energiewende in Österreich mehr als 100.000 Arbeitsplätze pro Jahr entstehen oder gesichert werden könnten. Allerdings bremst der Fachkräftemangel diese Entwicklung. Zahlreiche „Green Jobs“ sind unbesetzt. In der Ausschreibung der Leitprojekte des Klima- und Energiefonds 2023 waren deshalb erstmals die Themen Fachkräftemangel und Klimaberufe Schwerpunkt. Gefördert wurden Leitprojekte in Modellregionen, die Initiativen und Maßnahmen zur Attraktivierung und Bekanntmachung von „Green Jobs“ ergreifen. Erste teilnehmende Klima- und Energie-Modellregionen berichten nun von ihren Erfahrungen.

 

Regionen stärken. Ziel des Projekts „Fachkräftemangel im Bereich Energiewende mit Rollenklärung für den:die KEM-Manager:in“, war beispielsweise die Stärkung der vier Kern-KEMs des Alpenraums durch die Gewinnung neuer Arbeits- und Fachkräfte für Klimaberufe. „Wir sehen den Fachkräftemangel als wichtiges Thema und stehen im Wettbewerb mit anderen Industrien und Regionen, deshalb wollten wir einen Beitrag leisten und das Thema ‚Klimaberufe‘ vertiefend angehen. Mit dem Leitprojekt konnten wir Probleme, wie zum Beispiel fehlende Planungssicherheit oder unterschiedliche Berufsdefinitionen, aufzeigen und zur Auseinandersetzung anregen“, erklärt Projektleiter Markus Berchtold. Der Unternehmensberater und Raumplaner betreibt in Schwarzenberg das Ingenieurbüro heimaten®.

 

Konkret wurde ab Mai 2024 eine Bedarfsanalyse für die Regionen durchgeführt und in acht systemischen Aufstellungen Strategien und Maßnahmen für die Zukunft entwickelt. Beteiligt waren die KEMs Ökoenergieregion Fürstenfeld, Zukunft Stubaital, Klimafreundlicher Naturpark Almenland, KLIMAFIT Wipptal und Weiz-Gleisdorf.

 

Mehrwert für Unternehmen. Auch im Rahmen des Leitprojekts „Fachkräftemangel – Präferenz Klimaberuf! Entwicklung von regionalen und sektoralen Strategien für Klimaberufe“ stand die Kommunikation mit Steakholdern im Vordergrund. Mit Vertreter:innen von Unternehmen, arbeitsmarktpolitischen Organisationen und Jugendverbänden wurden in Online- und Präsenzworkshops Möglichkeiten vorgestellt, wie sie die Sichtbarkeit und das Interesse an „Green Jobs“ erhöhen können. Projektleiterin Annika Schönauer von ÖSB Social Innovation berichtet: „Das Interesse an unserem Angebot war je nach Branche unterschiedlich. Insbesondere die Vertreter:innen aus der Tourismusbranche waren höchst interessiert.“

 

Die Größe der Unternehmen spiele ebenfalls eine Rolle. „Viele der mittleren und Kleinunternehmer:innen waren überrascht, wie viele und welche Möglichkeiten es gibt, um die Sichtbarkeit ihrer ‚Green Jobs‘ zu erhöhen und ihr Unternehmen für künftige Fachkräfte attraktiv zu machen – von Kooperationen mit Schulen bis hin zur Förderung einer positiven Unternehmenskultur“, so Schönauer. Aus dem Projekt ist bereits ein „Maßnahmenkatalog zur Gewinnung junger Leute für Green Jobs“ hervorgegangen.

 

Messe. Starke Praxisnähe stand auch bei der Initiative aus den Klima- und Energie-Modellregionen Energie-Erlebnisregion Hügelland, GU-Süd und Oberes Liebochtal im Zentrum. „Im Leitprojekt Fachkräftemangel – Fokus Fachkräftebedarf in Klimaberufen in drei KEMs wurde gemeinsam mit den Landesorganisationen von WKO und AMS sowie mit ZAM Steiermark und move-ment das neue Erwachsenen-Messeformat ‚Jobmotor‘ entwickelt“, erläutert KEM-Manager Michael Lamprecht. „Die Messe bot kompakte Einblicke in regionale Green Jobs, ihren Bedarf (Fachkräfte-Radar) sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.“

 

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wurde ein besonderer Fokus auf umschulungsbereite Erwachsene gelegt. Eine zentrale Aufgabe bleibe die breite Bekanntmachung des neuen Messekonzepts zur Gewinnung zahlreicher Besucherinnen und Besucher sowie die Sicherstellung der Finanzierung für ein weiteres Fortführen.

 

Geballte Information. Wie vielfältig mögliche Maßnahmen aussehen können, zeigt zu guter Letzt die Toolbox für Aktionen zum Arbeits- und Fachkräftemangel des Klima- und Energiefonds – eine Sammlung von Aktionen mit konkreten Anleitungen und Tipps, die jederzeit online zur Verfügung steht.

 

 

Weitere Informationen:

Studie „Wirtschaftswachstum und Beschäftigung durch Investitionen in Erneuerbare Energien“ der Johannes Kepler Universität Linz

Maßnahmenkatalog zur Gewinnung junger Leute für Green Jobs

Toolbox des Klima- und Energiefonds

 

Leitprojekte:

Rollenklärung KEM-Manager:in – Orte von Morgen

Präferenz Klimaberuf! – Orte von Morgen

Fokus Fachkräftebedarf in Klimaberufen in 3 KEM’s – Orte von Morgen

 

Modellregionen:

KEM Ökoenergieregion Fürstenfeld

KEM Zukunft Stubaital

KEM Klimafreundlicher Naturpark Almenland

KEM KLIMAFIT Wipptal

KEM Energie-Erlebnisregion Hügelland

KEM GU-Süd (inaktiv)

KEM Oberes Liebochtal

KEM Weiz-Gleisdorf

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