11.09.2026 – Newsletter-Beiträge – #03/2026

Vernetzt im Zeichen klimafreundlicher Mobilität

Von Karin Bornett
Kinder fahren mit Piaggio

Ob durchgängiges Alltags-Radverkehrsnetz oder E-Nutzfahrzeugmesse, diese Projekte zeigen, wie mit regionalen Kooperationen Großes entstehen kann.

Vernetzung ist bei diesen Projekten mehr als ein Stichwort. In der Region Innviertel-Hausruck haben mehrere KEMs und LEADER-Regionen gemeinsam die Basis für ein durchgängiges Radverkehrsnetz geschaffen. Die größte E-Nutzfahrzeugmesse Kärntens zeigt, wie mit einem bestehenden Netzwerk ein konkretes landesweites Vorhaben realisiert werden kann.

Gemeinsames Großprojekt Radverkehr. Das Alltags-Radverkehrsnetz Innviertel-Hausruck soll künftig 144 Gemeinden in vier Bezirken auf einem sicheren, durchgängigen Radwegenetz verbinden, damit die Bevölkerung ihre Alltagswege häufiger mit dem CO2-neutralen Fahrrad zurücklegen kann.

Für die Realisierung haben sich die KEMs Mostlandl-Hausruck, Klimazukunft Mattigtal sowie die LEADER-Regionen Sauwald-Pramtal und Mitten im Innviertel zusammengetan. Zum Projektstart ging es daran, alle 144 Gemeinden mit ihren unterschiedlichen Interessen abzustimmen und zu koordinieren. Im Projekt wurden mit Hilfe strukturierter Prozesse moderierte Workshops in Kleingruppen organisiert und für die laufende Abstimmung mit dem Land Oberösterreich und dessen Fachstellen sowie mit den Verantwortlichen in den Gemeinden gesorgt.

Vorbildliche Synergien. Laut Projektteam waren die partizipativen Workshops mit den Gemeinden zur Überzeugungsarbeit und zur Schaffung langfristiger Akzeptanz ebenso wie zur Bedarfsanalyse besonders wichtig und haben den erfolgreichen Projektverlauf maßgeblich geprägt. „Überregionale Synergien und regionsübergreifende Kooperationen, wie diese in Oberösterreich, haben Vorbildcharakter. Sie zeigen, wie die Zusammenarbeit mehrerer KEMs funktionieren kann“, sagt die KEM-Programm-Managerin beim Klima- und Energiefonds, Miriam Schönbrunn.

Gemeinsam haben die KEMs seit Anfang 2025 konkrete Maßnahmen und Kostenschätzungen sowie identifizierte Lückenschlüsse zur Umsetzung des Radverkehrsnetzes erarbeitet. Bestands- und Mängelanalysen ergänzen die Planungsdaten. Entstanden ist eine umsetzungsreife Planungsgrundlage für das Alltags-Radverkehrsnetz Innviertel-Hausruck. Da es auf standardisierten Methoden basiert, ist das Projekt auf andere KEMs übertragbar. Die Ergebnisse sind außerdem modular erweiterbar und ermöglichen eine schrittweise Umsetzung. Diese ist in der Region Innviertel-Hausruck, je nach finanziellen Möglichkeiten, frühestens ab 2027 geplant.

Zusammenschluss in Kärnten. Auch die Koordination und Umsetzung der größten E-Nutzfahrzeugmesse Kärntens erforderte eine enge Zusammenarbeit. Als Governancestruktur diente die gemeinsame selbstorganisierte KEM Kärnten – ein Zusammenschluss der 18 Kärntner KEMs. Die einzelnen KEMs sind organisatorisch und inhaltlich eigenständig. „Ihre Modellregionsmanager:innen stimmen sich jedoch regelmäßig ab, tauschen Erfahrungen aus und entwickeln bei gemeinsamen Themen regionsübergreifende Projekte. Für konkrete Vorhaben werden kleinere Arbeitsgruppen gebildet; eine KEM beziehungsweise ein Organisationsteam übernimmt dabei die operative Koordination. Entscheidungen werden gemeinsam im Netzwerk getroffen“, erklärt Michael Hilpert, KEM-Manager der KEM Carnica Rosental.

Für Hilpert war dieser Zusammenschluss für die Umsetzung der Messe zentral: „Eine einzelne Region hätte weder dieselbe Reichweite noch denselben Zugang zu Gemeinden, Betrieben und Aussteller:innen erreicht. Durch das Netzwerk konnten Aufgaben, Kontakte und Kommunikationskanäle gebündelt werden. Gleichzeitig entstand für Hersteller:innen und Fachpartner:innen eine relevante Plattform mit Zugang zu Gemeinden aus ganz Kärnten. Die gemeinsame Organisation erhöhte damit sowohl die Effizienz als auch die Sichtbarkeit des Projekts.“

So konnte das eingespielte Team die Synergien aus zentraler Planung und den bestehenden lokalen Netzwerken, beispielsweise zur Bewerbung des Events, optimal nutzen. Auch die enge Kooperation mit der Wirtschaftskammer Kärnten als operative Organisatorin der Messe war erforderlich. Fachlichen Input, zum Beispiel zum Thema Mobilitätsstrategien, lieferte die Energie Agentur Steiermark.

Große Resonanz. Die Messe am 23. und 24. April 2026 am Faaker See konnte laut Organisator:innen rund 200 Verantwortliche aus Gemeinden und Betrieben erreichen. Durch Fachvorträge, persönliche Beratung und die Möglichkeit, E-Transporter, E-LKW und Lastenräder unmittelbar kennenzulernen, wurde Information mit praktischer Erfahrung verbunden.

Auch nach der Messe will man die Zusammenarbeit fortführen. „Die Veranstaltung wird gemeinsam ausgewertet, Erfahrungen und Kontakte werden innerhalb des Netzwerks weitergegeben. Gleichzeitig werden wir prüfen, welche Formate wiederholt oder weiterentwickelt werden können“, so Hilpert. Die Messe werde also nicht als Einzelveranstaltung verstanden, sondern als Impuls für konkrete Beschaffungsentscheidungen und für weitere Projekte im Bereich der klimafreundlichen kommunalen Mobilität.

Sowohl das Alltags-Radverkehrsnetz Innviertel-Hausruck als auch die E-Nutzfahrzeugmesse waren in der Kategorie Mobilität unter den Nominierten zum KEM-Projekt des Jahres 2026.

 

Weitere Informationen:

KEM Klimazukunft Mattigtal

KEM Mostlandl-Hausruck

LEADER Sauwald-Pramtal

LEADER Mitten im Innviertel

KEM Kärnten

KEM Carnica Rosental

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