In zwei Fachworkshops auf der Urban Future Conference in in Ljubljana präsentierten die Pionierstädte Graz, Klagenfurt, Linz und Villach sowie Eisenstadt, Lienz und Tulln ihre innovativen Wege zur Klimaneutralität.
Die Urban Future Conference gilt als ein zentraler Treffpunkt für nachhaltige Stadtentwicklung in Europa und vernetzt Politik, Wirtschaft und Forschung. Im März hatten sieben österreichische Pionierstädte der „Mission Klimaneutrale Stadt“ die Gelegenheit, ihre Lösungen und Projekte zur Klimaneutralität international sichtbar zu machen und ihre Erfahrungen zu teilen.
Impulse und Austausch. Mit ihren Beiträgen zur diesjährigen Fachkonferenz in Ljubljana positionieren sich die österreichischen Pionierstädte als Vorreiterinnen und wichtige Multiplikatorinnen. Innovationsminister Peter Hanke: „Die Urban Future Conference ist eine wichtige Bühne, die hilft, Innovationen Made in Austria einem internationalen Publikum zugänglich zu machen.“
„Der internationale Austausch auf Konferenzen wie der Urban Future ist besonders wertvoll, um erfolgreiche Ansätze sichtbar zu machen und gleichzeitig neue Impulse für Österreich mitzunehmen“, ergänzt Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds.
Fokus Kleinstadt. Unter dem Titel „The Power of Towns and Smaller Cities“ präsentierten die Pionierstädte Tulln, Eisenstadt und Lienz, wie Kleinstädte den Wandel zur Klimaneutralität mit konkreten Lösungen und Projekten schaffen können: zum Beispiel mit der Transformation des Nibelungenplatzes in einen klimaresilienten, grünen Naherholungsraum in Tulln, mit dem Lienzer Klimaneutralitätsfahrplan bis 2040 oder dem ersten öffentlichen Nahverkehrsliniensystem des Burgenlandes in Eisenstadt. Projekte wie diese zeigen nicht nur bei der Konferenz, sondern Tag für Tag in der Praxis Wege auf, wie Klimaneutralität abseits der großen Metropolen erreicht werden kann.
Ingrid Scharf, Projektmanagerin der Pionierstadt Tulln, bestätigt den vielfältigen und inspirierenden Austausch bei der Konferenz. „Im Workshop konnten wir zeigen, welche positiven Effekte die vorgestellten Maßnahmen mit sich bringen. Tatsächlich wird der Nibelungenplatz bereits gut angenommen und trägt zur Belebung der Innenstadt bei. Er schafft nicht nur neuen Raum für Flora und Fauna, sondern ist auch beliebter Public Space für die Bevölkerung.“
Auf dem Platz zwischen der Donau und dem Zentrum von Tulln wurden nach einem Bürgerbeteiligungsprozess 2023/24 Parkplätze und Versiegelung drastisch reduziert. Dabei kam das Schwammstadtprinzip zum Einsatz, das gleichermaßen dem Hochwasserschutz und den neu gepflanzten Bäumen zugute kommt. Nur wenn sie auch in Hitzeperioden genug Wasser haben, können Bäume ihre Wirkung als Bioklimaanlagen voll entfallen. Für zusätzliche Kühlung sorgt ein Nebelspiel, das sich bei spielenden Kindern, Spaziergänger:innen und Radfahrenden großer Beliebtheit erfreut.
Climate- Governance. Der zweite interaktive Workshop wurde von den österreichischen Pionier-Großstädten Graz, Klagenfurt, Linz und Villach bespielt. Darin ging es allen voran um innovative Ansätze lokaler Climate -Governance: Der Klimapakt Graz 2040 mit Unternehmen und die lokale Klimainnovationsagentur in Klagenfurt erregten großes Interesse beim internationalen Publikum – ebenso Villachs Schritte zu einem integrierten Nachhaltigkeitsmanagement anhand von Klimaneutralitätsreifegraden sowie die Linzer Innovationen in Sachen Bürgerbeteiligung.
Die österreichischen Pionierstädte und der Klima- und Energiefonds erhielten in Ljubljana von Städten anderer Länder sehr viel positives Feedback für ihr Engagement. Ingrid Scharf profitierte von den Präsentationen der großen österreichischen Pionierstädte. „Das Thema Climate -Governance beschäftigt uns auch in Tulln“, sagt sie. „Demnächst werden wir eine Klima-Koordinationsstelle besetzen, unter anderem zur Verankerung von Klimaschutz und -anpassung in der Verwaltung.“
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