13.05.2026 – Newsletter-Beiträge – #1/2026

Modellregionen bei Staatspreis erfolgreich

Gewinnerprojekt bei Preisverleihung. Personen halten Scheck über 3000€

Mit ihren Maßnahmen konnten KLAR!-Regionen mit einem ersten und einem zweiten Platz beim Österreichischen Staatspreis für Klimawandelanpassung (CliA) punkten.

Wirkungsvolle Maßnahmen gegen Hochwasser und Hitze, betriebliche Strategien und innovative Forschungsprojekte wurden beim Österreichischen Staatspreis für Klimawandelanpassung  ausgezeichnet. CliA steht für „Climate Adaptation“ und soll das Kernanliegen des Preises verdeutlichen: die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels.

Blick zurück und nach vorne. In der zwischen Traunsee und Traun angesiedelten Marktgemeinde Ebensee ist Hochwasser ebenfalls ein brennendes Thema, nicht zuletzt wegen der Extremwetterereignisse der Jahre 2013 und 2024. Im Rahmen des KLAR!-Programms wurden historische Abflusskorridore systematisch erhoben und dokumentiert – als Grundlage für Pflege, Planung und Vorsorge. „Mit KLAR!-Invest konnte in einer dritten Phase die Sondierung und Freiräumung blockierter Abflüsse finanziert werden“, erklärt Birgit Müllegger, KLAR!-Managerin der Region Bad Ischl – Ebensee.

Das Projekt „Aus der Vergangenheit lernen, die Zukunft schützen“ geht weit über technischen Hochwasserschutz hinaus. Es umfasst auch bewusstseinsbildende Maßnahmen für die Bevölkerung und ein hohes Maß an Bürgerbeteiligung. Die CliA-Jury würdigte das nachhaltige Gesamtkonzept, das „Hochwasserschutz, ökologische Aufwertung und langfristige Klimawandelanpassung verbindet und die Resilienz Ebensees stärkt“ und zeichnete die Marktgemeinde mit dem zweiten Platz in der Kategorie Hochwasser/Starkregen aus.

„Ich freue mich sehr über den Preis, denn er zeigt, dass auch kleinere Gemeinden mit begrenzten Mitteln viel erreichen können“, so Müllegger. „Mit den schon erfolgten und noch geplanten Maßnahmen sowie dem neu erstellten Management-Plan für die Gemeinde bin ich zuversichtlich, dass Ebensee für künftige Hochwasserereignisse besser gerüstet ist.“ Als nächster Schritt und mithilfe des CliA-Preisgeldes soll ein Retentionsbecken errichtet werden. Auch eine Renaturierung der Traun steht an.

Zu wenig Wasser. Das Retzer Land dagegen zählt zu den trockensten Regionen Österreichs. Das Projekt „WIWA Retzer Land“ in den sechs Gemeinden der KLAR! Retzer Land umfasst 15 Pilotprojekte rund um Wind und Wasser. Alte Rückhaltebecken wurden instand gesetzt, kleine Feuchtbiotope und Windschutzhecken geschützt beziehungsweise neu angelegt. In Retz wurden Kaskaden im Entwässerungsgraben eines asphaltierten Wegs gebaut, um Wasser versickern und verdunsten, statt sofort abfließen zu lassen. Alle Maßnahmen wirken dem sinkenden Grundwasserspiegel entgegen. Davon profitiert die Landwirtschaft, aber auch die Biodiversität.

Der integrative Ansatz von „WIWA Retzer Land“, der Hydrologie, Ökologie und Raumplanung verbindet, überzeugte die Jury des CliA. Sie verlieh der KLAR!-Region Retzer Land den ersten Preis in der Kategorie Hitze/Trockenheit. „Wir konnten einige kleine Projekte auf öffentlichen Flächen umsetzen. Um großflächige Verbesserungen zu erzielen, sind wir aber auf die Bereitschaft von privaten Grundstücksbesitzer:innen angewiesen. Denn wir brauchen noch Dutzende oder Hunderte weitere Projekte, um mehr Wasser in unserer Region zu halten“, nimmt WIWA-Projektleiter sowie KEM- und KLAR!-Manager Gregor Danzinger den Preis einerseits als Bestätigung und andererseits auch als Auftrag für dauerhafte Fortsetzung entgegen.

Winzerbetriebe denken um. Die Zeichen für viele weitere Umsetzungen stehen jedoch nicht schlecht. Schon zu Beginn des Projekts hat die Bevölkerung mehr als 200 Ideen beigesteuert, Lern- und Demonstrationsräume wurden eingerichtet. Zwanzig örtliche Winzerbetriebe beteiligen sich überdies an einem eigenen Projekt „Klimawandelanpassung im Weinbau“ in Kooperation mit der Landwirtschaftlichen Fachschule Hollabrunn. Hier geht es ebenfalls um den Wasserrückhalt, aber auch um Humusaufbau und Bodenschutz, zum Beispiel durch Begrünung zwischen den Rebstöcken.

Der dritte CliA-Platz in der Kategorie Hochwasser/Starkregen ging an Linz und das Jahrhundertprojekt „SAVE Port of Linz“. Mit dem innovativen mehrstufigen Hochwasserschutzsystem sind nun der Hafen der Pionierstadt und angrenzende Industrieflächen bis zu einem 300-jährlichen Hochwasser geschützt. Den ersten Platz in der Kategorie Hochwasser/Starkregen holte sich heuer das Triestingtal für das Rückhaltebecken Fahrafeld. Damit hat das Triestingtal nicht nur einen effektiven Hochwasserschutz, sondern auch einen multifunktionalen Landschaftsraum erhalten, der als Erholungs-, Natur- und Freizeitgebiet dient.

Gemeinsam auf Klimawandel reagieren. Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, verdeutlichte bei der feierlichen Preisverleihung, dass Klimawandelanpassung Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft gleichermaßen betrifft: „Klimawandelanpassung ist ein Thema, das Regionen in ganz Österreich intensiv beschäftigt. Genau dieses Engagement in den Regionen, Städten, Gemeinden und Unternehmen ist ein entscheidender Schlüssel, um den Herausforderungen des Klimawandels erfolgreich zu begegnen.“

 

Weitere Informationen:

CliA: Ausgezeichnete Projekte

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